Freitag, 26. März 2010

Gähn: FCN-Hoffenheim 0-0

So ein 0:0 ist ja mit das langweiligste, was man sich als Fußballanhänger so vorstellen kann. Im Selbstversuch hab ich jetzt mal überlegt, was nach einer anderweitig ereignisreichen Woche von meinen umgerechnet 11,47 € Eintrittskosten an Erinnerungen so hängen geblieben ist. Und ich muss feststellen - nicht viel.

Wie beim Pokalspiel bin ich zufällig wieder zeitgleich mit den Hoffenheimer Anhängern zum Stadion gelaufen. Kamen mir damals mehr vor, aber vielleicht ist der ein oder andere "Hoffema Jung" ja vom Bandwaggon (ein schöner amerikanischer Ausdruck für Erfolgsfans) gefallen, nachdem es nicht so lief. Im Auftreten der ultratypisch gekleideten Anhänger steht der dörfliche Traditionsverein (das 1899 haben sie ja zum Glück im Namen gelassen, so dass keiner auf die Idee käme, es handele sich nur um einen Retortenclub) langjährigen Bundesligisten jedenfalls in nichts nach.

Nach den jüngsten Erfolgen des Clubs kamen letztendlich auch offiziell gut 40000, um zu sehen, ob der FCN dem im Pokalspiel haushoch überlegenen Dorfverein diesmal auf Augenhöhe begegnen kann.

Ums vorweg zu nehmen: er kann. Hauptsächlich deswegen, weil Hoffenheim seine Spielkunst seit dem September aufgrund von Verletzungen und eingebrochenem Selbstvertrauen um mehrere Klassen reduziert hat.

Hängen blieb an erwähnenswertem lediglich, dass Ibisevic mittlerweile nicht die Form eines Bundesligatopstürmers hat, da er die besten Gelegenheiten für Hoffenheim ausließ (drei von insgesamt vier guten Chancen, aufgeteilt auf jeweils zwei Spielsituationen).

Da der Club aber auch lediglich vereinzelt ein paar kleinere Gelegenheiten aufweisen konnte, wurde es ein eher langweiliger Nachmittag. Einige wenige seltsame Schiedsrichterentscheidungen von Kinhöfer und schon war das Spiel wieder rum. Wobei "schon" sich durchaus ziehen kann - vor allem, wenn man Nachtschicht zuvor hatte und dadurch sowieso akut einschlafbedroht ist.

Auch die komplette Farbpalette an Fußballschuhen, die die Hoppschen Jungs so vorführten, konnte nur kurz unterhalten. Ein (farben-)prächtiges Spiel war es trotzdem sehr selten.

Als Fazit bleibt ein Punkt gegen den Abstieg und die Hoffnung, dass gegen den Karnevalsverein ein paar Tore mehr fallen. Sind ja doch das Salz in der Suppe...

Sonntag, 7. März 2010

Puuuuhhhhh: FCN-Bayer 3:2

Letztendlich wurde alles gut. Sofern man nicht Anhänger von Bayer Leverkusen ist. Selbst Bayern-Fans dürften sich diesmal über den Club-Sieg gefreut haben. Nach dem debakulösen Hinspiel konnte man diesmal eigentlich nicht wirklich viel erwarten. Aber irgendwie sieht es so aus, als ob die Leverkusener in der Winterpause zu viel Zeit zum Nachdenken hatten und jetzt ein bisschen verkrampfen. Aber der Reihe nach:

Grundsätzlich hätte ich ja froh sein müssen, dass es mal wieder mit Fußball geklappt hat. Das Derby fiel unserem eigenen Fussballturnier zum Opfer (2. Platz als Titelverteidiger = wir müssen nicht nochmal ausrichten, also quasi perfektes Abschneiden; danke, danke...) und das Spiel des Nachbarn gegen Rostock in der Vorwoche konnte auch nicht entschädigen. Wenn da nicht die Icetigers gegen Mannheim - also von der Rivalität mit dem Derby gleichzusetzen - gespielt hätten. Ich erzähl jedem, der mal mitgeht zum Eishockey, dass die Spiele gegen Mannheim Feiertage sind. "Dank" Sky (bin froh, dass die mich nicht mehr als Kunden wollten; kann für Liveübertragungen übrigens www.livetv.ru empfehlen) lief das Spiel gleichzeitig mit dem des Club. Bescheuerter Kommerz, der den Tigern auch noch einige Zuschauer außer mir gekostet haben dürfte. Grundsätzlich ist mir Eishockey gegen Mannheim lieber. Aber da hätt ich die Karte noch kaufen müssen und beim Club hab ich die Dauerkarte. Außerdem ists Leverkusen - also doch Fussi. Im Nachhinein die bessere Entscheidung, wenn man Spielverlauf und Ergebnisse betrachtet.

Im Gewirr mit Freizeitmesse, Eishockey und Fußball konnt ich gleich mal überhaupt keine Leverkusener unterwegs entdecken. Wahrscheinlich wussten sie, was sie erwartet (wobei es letztendlich ein doch ganz gut gefüllter Block mit relativ ruhigen Leverkusener Anhängern wurde). Dafür erspähte ich ne Steaksemmel mit Zwiebeln zum Sonderpreis von 3 Euro. Da konnte ich dann doch nicht dran vorbei. Durchwachsen gestärkt gings anschließend weiter ins "für die Jahreszeit zu kalte" (den Meteorologen Spruch lieb ich einfach) Stadion.

Nach der Aufstellung, die ich nur mit halbem Ohr verfolgte, wunderten wir uns plötzlich, wer denn im Sturm spielt. Ne Gedenkminute später fiel uns ein, dass Schubomodäng mit dabei war. Beruhigt und überrascht ließen wirs also angehen - man kann ja doch nicht jedes Mal mit drei Stürmern auflaufen.

Am Anfang gabs gleich nen Selbsttest: ich wollt ja schon immer mal ausprobieren, ob man per Handy ne Livewette absetzen kann, wenn das Ganze grad passiert ist. Die Fernsehsender übertragen ja mit ner kleinen Verzögerung und ich wollte wissen, ob sich das ausnutzen lässt. Also, wenn wetten legal wäre. Ich hab somit - rein hypothetisch - mal nächstes Tor angeklickt, nen kleinen Betrag eingegeben und "sofort absetzen" markiert.

Und dann ist mal lange nichts passieren, außer dass mein Finger auf der Returntaste des Handys langsam festfror. Aber was tut man nicht alles im Namen der Wissenschaft. Anfangs wollte ich zwei Mal fast vorzeitig auslösen bei nem Kopfball von Kroos in der 4ten, der knapp am Tor vorbeiging und einem Abpraller von Adler. Aber jeweils nix.

Also weiterfrieren mit erstaunlich defensiv abwartenden Leverkusenern. Anscheinend hatte sie das glorreiche 1:1 der Bayern in Köln am Vortag beeindruckt. Auch bei zwei halbwegs guten Möglichkeiten, einem Alleingang von Risse bzw. kurz darauf einem Schlenzer, hoffte ich auf Erlösung für meinen Daumen. Aber nochmal nichts. Außer Frieren.

Ne kurze Aufwärmung für meine Finger gabs, als Breno hart umgegrätscht wurde im Mittelkreis und behandelt werden musste. Er wurde per Trage ausgewechselt und durch Maroh ersetzt.

Nach einem vielversprechenden Konter von Franz, als er im 16er der Leverkusener plötzlich einen Schwächeanfall zu erleiden schien, und einer Chance von Kießling im 5er (!) des Clubs, bei der wir immer noch rätseln, was er eigentlich vorhatte oder ob es sich um Mitleid für seinen Ex-Verein handelte, gabs endlich Erlösung für die gut 40300 und...meinen Daumen:

Choupo-Moting nahm elegant den Ball mit der Brust an und irgendwie holperte der Schuss neben dem Pfosten ins Tor. Zum - Achtung: unsinnige Sportreportersprache - "psychologisch günstigsten Zeitpunkt" kurz vor der Hälfte. Wäre es gewesen...wenn er nicht gleich vier Minuten noch ein zweites nachgelegt hätte. Und das mit der ganzen Erfahrung aus meiner einjährigen Grundkurszeit Psychologie gesprochen, wahrscheinlich noch günstiger war.

Aber der geneigte Leser ist sicher hochgespannt, wie mein Wett-Experiment ausgegangen ist: trotz der Kälte fiel meine Reaktion blitzschnell aus, der Ball hatte wohl die Linie noch nicht mit vollem Durchmesser (auch hier ein Gruß an die Sportreporter: ich war schlecht in Mathe, aber voller Umfang ist quatsch) überrollt, als ich schon "Wette abschließen" gedrückt hatte. Ums kurz zu machen: geht nicht. Mist. Aber jetzt kann ich wenigstens nächstes Mal meine Handschuhe das ganze Spiel anlassen. Der Mann von bwin ist also doch schnell genug, das Angebot vorher abzuschließen.

Mit einer halbwegs beruhigenden 2:0 Führung gings also in die Pause. Halbwegs nur, weil der Club einer der ersten Verdächtigen ist, wenn es darum geht, seltsamste Niederlagen (oder Punkteteilungen wie gegen Bremen; Juri...) einzufahren.

Aber direkt nach der Pause erstmal kollektive Erleichterung, als der ansonsten absolut unterirdische Tavares einen Eckball per Aufsetzer ins Tor beförderte; aber ein Rest Pessimismus war trotzdem noch um mich rum zu erahnen. Ist ja doch der Club.

Zurecht, wie sich herausstellte. Kießling hatte jetzt kein Mitleid mehr und schoss den Anschlusstreffer. Und als der eingewechselte Helmes in der 73. sogar das 3:2 erzielte, wars endgültig vorbei mit dem Siegesglauben. Irgend einer äußerte nach kurzer Panik, dass "wir doch noch führen". Stimmt - hätte man fast vergessen.

Leverkusen warf jetzt alles nach vorn und der Club schien stehend k.o.; auch mein Wunsch wurde noch erhört und Tavares ausgewechselt. Der spielte irgendwie mit eingebauter Verzögerung: bei jedem Ball in seiner Nähe blieb er erstmal eine Sekunde wie angewurzelt stehen, bevor er sich - dann gerne zu spät - in dessen Richtung bewegte. Dabei war es auch egal, ob sich ein Gegenspieler in der näheren Umgebung befand. Faszinierend - und nervenaufreibend. Hätte er das Tor nicht geschossen, hätte er nen 6er im Kicker verdient gehabt. So wirds wohl ne für mich unverdiente 4.

Letztendlich gabs diesmal zum Glück auch keinen Aussetzer zum Schluss und der Club konnte den Leverkusenern die erste Niederlage diese Saison beibringen. Und endlich auf einen Nichtabstiegsplatz klettern. Entgegen der sonst üblichen Fußballweisheit, dass 40 Punkte für die Vermeidung des Abstiegs benötigt werden, könnten aufgrund der geballten schlechten Ausbeute im Keller diesmal wohl auch 30 reichen. Und denen ist der Club jetzt ja 3 näher...

Dienstag, 9. Februar 2010

Wenn Du erstmal unten drin stehst...FCN-VfB 1:2

Nach dem zweiten Auswärtsdreier diese Saison waren die Hoffnungen vor dem Spiel groß, den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herzustellen. Dem ersten Sieg in der Fremde (Wolfsburg) folgte ja bekanntlich die Ernüchterung mit dem verpatzen Heimspiel gegen Freiburg. Diesmal mussten es einfach drei Punkte werden, damit der Sieg in Hannover, die bei Fortsetzung ihrer Serie seit dem Tod von Enke demnächst am Club vorbeifallen dürften, nicht umsonst war. Die Zuversicht war wieder einmal groß und ich ließ mich zum zweiten Mal in dieser Saison zu einer Wette auf die Heimmannschaft hinreißen. Üblicherweise tippe ich auf den Gegner, um bei Niederlagen zumindest Schmerzensgeld kassieren zu dürfen.

Den VfB hatte ich diese Saison schon einmal gesehen - auf dem Tiefpunkt ihrer Saison bei der DFB-Pokal Niederlage in der heißgeliebten Nachbarstadt. Seitdem wurde der Trainer gewechselt, der Kapitän Hitzlsperger in die Wüste (zumindest in Richtung Wüste zu Lazio Rom) geschickt und - gewonnen. Gleich mehrfach.

Im Vergleich zum Pokalspiel im Dezember hatte sich also einiges getan bei den Schwaben.Ganze fünf Spieler der Startaufstellung durften sich auch diesmal zu Beginn versuchen (ein sechster - Kuzmanovic wurde eingewechselt). Darunter mit Jens Lehmann der Unymphatieträger des Teams. Den konnte ich genau einmal gut leiden (beim Elfmetersieg gegen Argentinien 2006 - wen wunderts), aber da bin ich in ja guter Gesellschaft, nachdem er damals sogar von den Anhängern seines eigenen Vereins in Dortmund gehasst wurde. Da lags an der Schalker Vergangenheit, bei mir liegts an diversen Eskapaden wie z.B. Hubschrauberflügen zum Training.

Beim Einlaufen der Teams gabs eine nette Choreographie, die sich den dank Sky gesplitteten Anstoßzeiten widmete. Mir wäre zwar auch ein einheitlicher Beginn wie vor Urzeiten lieber, aber da bin ich Realist und fürchte, dass die DFL aufgrund des dann zu befürchtenden Einbruchs der Fernsehrechte nicht mit sich reden lassen wird. So gabs mal wieder ein Flutlichtspiel und das find ich auch nie verkehrt.

Angekündigt waren für das Spiel 4500 Stuttgarter, die ihr Team lautstark zum nächsten Sieg schreien wollten. Keine Ahnung, ob die Zahl gestimmt hat, aber für die Entfernung fand ich, dass es zumindest weniger als Frankfurter zwei Wochen zuvor waren. Und in Fürth kamen sie mir damals auch deutlich lauter vor.

Dynamisch gings dann auf beiden Seiten los. Ein Spiel ohne großes Abwarten und mit viel Begeisterung. Auf Clubseite hielt man bei einem Kopfball von Pogrebnyak am 5er die Luft an, als Wolf jedoch zur Ecke abfälschte. Im Gegenzug durfte Charisteas mal wieder ein Tor erzielen, aber dank Abseits wars auch diesmal wieder nichts. Harry kämpfte aber um jeden Meter und außer den beim Club im Gegensatz zu seinen Nationalmannschaftsauftritten fehlenden Toren kann man ihm ja auch nicht viel vorwerfen.

In der 17. Minute konterte der Club einmal erfolgversprechend. Aber Marek Mintal scheint von Tag zu Tag langsamer zu werden und so kam letztendlich nur ein langsames Schüßchen neben das Tor heraus. Kurz darauf durfte der Topgoalgetter von Hannover, Bunjaku, freistehend aus 16m abziehen. Leider sprang vor ihm der Ball noch einmal auf und so kam auch nur ein unglücklicher Schuss über das Tor heraus.

Zwei Minuten später kam es, wie es in einem Abstiegskampf anscheinend immer kommen muss. Eine unglückliche Situation (Fehlpass des diesmal schwachen Wolf an der Mittellinie) führt zu einem Konter. Der überragende Khedira passt von links flach und scharf in die Mitte; den Ball lässt ein Mitspieler durch und Gebhart auf halbrechts lässt einen Schlagschuss (mal kurz vom Eishockey geborgt) Marke Hitzlsperger mit angeblichen 110 km/h (wenn man der wichtigen Anzeige trauen will) los; das Geschoss schlägt unhaltbar für Schäfer ein - der unglückliche Rückstand für den Club.

Nürnberg erhöht das Tempo und nach einer Ecke in der 27. Minute haben einige Fans den Torschrei schon auf den Lippen: mein Liebling Lehmann irrt bei einem Eckball von rechts orientierungslos aus seinem 5m Raum; der Ball kommt ans lange Eck, wo lediglich ein harmloser Kopfball in Richtung Tor übrig bleibt. Mittlerweile hat Lehmann wieder zurück gefunden und kann den locker aus der Luft angeln.

Der Goalie ist es dann auch, der sich den Unmut des Nürnberger Anhangs zuzieht. Eine Behandlung nach einer nicht ersichtlichen Verletzung erzürnt das Volk und er wird bis zum Schluss bei jeder Aktion konsequent ausgepfiffen. Mein Mitleid hielt sich allerdings in Grenzen.

Bis zur Halbzeit gibt es lediglich noch eine Chance für Mintal, nachdem Charisteas schön an die Strafraumkante zurückgelegt hat. Aber Mintal verzieht auch hier und beim Club macht sich bis zur Hälfte zunehmend Nervosität breit. Letztendlich kamen einfach zu wenig Schüsse platziert aufs Tor von Lehmann, obwohl der Club bis dorthin einen guten Eindruck hinterließ.

Zu Beginn der 2. Hälfte erhöhte der Club das Tempo - und fing sich dabei mehrmals Konter des VfB ein. Doch Raphael Schäfer, der gegen seinen Ex-Verein sicher noch einmal mehr motiviert war, klärte sowohl in der 46. als auch in der 55. gegen frei vor ihm auftauchende Stuttgarter.

In der 60. dann endlich der erlösende Ausgleich: Charisteas passte auf Bunjaku, der mit einem scharfen, aber unplatzierten Ball Lehmann testete - und der versagte, indem er ihn per Faustabwehr ins lange Eck abfälschte. Jetzt sah es doch so aus, als wäre ein Heimsieg im Bereich des Möglichen.

Nach dem Tor gab es gleich zwei bemerkenswerte Wechsel: Kapitän Andi Wolf, diesmal ein Unsicherheitsfaktor in der Abwehr, wurde durch Maroh ersetzt. Beim VfB ging der Mann, der für meinen Stuttgart-wird-Meister-Tipp vor der Saison verantwortlich war: Alexander Hleb, der seine Form vergangener Jahre irgendwo im Ausland verloren hat. Bei seiner Verpflichtung, in Verbindung mit dem überragenden Stuttgarter Sieg in der Vorbereitung beim Saisoneröffnungsfest in Fürth, haben mich dazu hinreissen lassen. Wohl 10 Euro, die ich nie mehr wiedersehe...

Im Spiel ging es munter weiter: bei einem Stuttgarter Querpass verpassen zwei in der Mitte (67.), Schäfer klärt gegen einen Kopfball per Hechteinlage. Zwei Aufreger gabs dann kurz hintereinander. Zunächst versucht es Mintal mit einer Schwalbe, als er von einem Stuttgarter Gegenspieler angehaucht wird. Gut, wenns mit dem Toreschiessen sonst nicht mehr klappt, kann man das ja mal probieren. In der aufgeheizten Stimmung im Anschluss gibt es ein kleines Handgemenge an der Mittellinie, bei dem der diesmal allenfalls mittelmäßig spielende Tavares einen Gegenspieler schubst, der sich auch nicht lange bitten lässt und zu Boden geht. Überraschenderweise gibts nicht mal Gelb für Tavares.

Nachdem ein Punkt für den Club zu wenig im Abstiegskampf ist, wird auf das zweite Tor gedrängt. In der 83. schließlich sollte es soweit sein - dachte man. Aber Bunjaku zieht den Ball aus 13 m freistehend über das Tor. Das rächte sich nur wenig später:

Khedira steht mutterseelenallein auf der linken Abwehrseite des Clubs - von Pinola oder Breno nichts zu sehen. Er stürmt Richtung Tor und spielt einen perfekten Diagonalpass an zwei zurückeilenden Spielern vorbei zu dem Mann aus der Region auf VfB-Seite, Roberto Hilbert. Der war vor einigen Jahren der einzige Grund, warum man gerne mal bei Fürther Spielen vorbeischaute. Seitdem kam der kometenhafte Aufstieg zum Nationalspieler und harte Aufprall auf der Stuttgarter Ersatzbank. In dieser Situation zeigte er, dass er das Fußball spielen trotzdem noch nicht verlernt hat, verlädt den herauseilenden Schäfer und schiebt aus spitzem Winkel ein.

Die ganzen Mühen umsonst. Aber so ist das wohl im Abstiegskampf. Der Club bringt nichts mehr zustand und kann noch froh sein, dass er nicht das 1:3 kassiert, als sich drei Stuttgarter im Fünfmeterraum im Vorbeistochern überbieten. Aber das wäre auch schon egal gewesen. Schäfer ist daraufhin so frustriert, dass er Rumpelstilzchen erfolgreich imitiert und sich selbst auswechselt. So kam Stephan noch unverhofft zu einer Auflaufprämie. Kann er bestimmt brauchen...

Was der Club brauchen könnte, wären jetzt ein paar Punkte. Die nächste Gelegenheit bietet sich in Mönchengladbach am Freitag. Große Hoffnungen habe ich allerdings nicht.

Montag, 25. Januar 2010

Die Hessen kommen: FCN-Eintracht Frankfurt 1:1

Erbarmen – zu spät – die Hessen kommen. Ein Lied aus meiner Jugend, aber das hat sich wohl beim Club keiner gedacht. Nach dem Trainerwechsel und dem erwartet verpatzten Auftakt in Schalke sollten jetzt auf jeden Fall drei Punkte her. Angeblich liegt Frankfurt dem Club ja; die haben allerdings einen gesicherten Platz im Mittelfeld der Tabelle und zum Auftakt daheim gegen Bremen gewonnen (und das bei einer 3.5er Quote, wenn man sich denn traute; in dazugehörigen Neuigkeiten: Danke Eintracht!). Trotzdem musste auf jeden Fall ein Sieg her, wenn man den Anschluss an sichere Gewässer nicht verpassen wollte.

Ein sehr optimistischer Kollege meinte noch, dass es mit der Meisterschaft schwer wird, wenn man das Spiel nicht gewinnt. Wir haben dann mal kurz nachgerechnet und müssen den Club-Fans leider die traurige Nachricht überbringen, dass nach menschlichem Ermessen die Deutsche Meisterschaft 2010 für den Club nur noch am grünen Tisch machbar ist. Selbst 16 Siege und damit 48 Punkte mehr werden nicht reichen. Aber bleibt ja noch die Quali zur Champions League…

Zurück in die Realität 19. Spieltag: die hessischen Anhänger hatten einen Sonderzug der Deutschen Bahn bekommen (kann man dem Normalvolk in einem normalen Zug wahrscheinlich nicht zumuten) und sollten in Fürth umsteigen, um anschließend per Direktfahrt mit der U-Bahn zur Messe gekarrt zu werden. Die beiden Fanlager sind sich nicht ganz grün – trotz oder vielleicht wegen der zum Verwechseln ähnlichen Vereinsfarben - und so sollten jegliche Konflikte vermieden werden. In der Theorie klangs gut, nur in der Praxis wurde der Zug erst mal boykottiert. Eigentlich eine nette Idee, aber letztendlich fanden dann doch ein paar Tausend Frankfurter den Weg ins Stadion.

Ich kam diesmal in den Genuss einer Autofahrt – ein Kollege und versprengter Frankfurt-Fan stellte seinen Pkw zur Verfügung. Das hinderte die drei mitfahrenden Club-Anhänger und den einen Symphatisanten (also mich) nicht daran, blöde Sprüche abzulassen, was in der (hoffentlich) nicht ganz ernstgemeinten Aufforderung zum Aussteigen auf der A73 führte. Wäre sogar gegangen, denn Samstag nachmittag ist da gerne mal Stau. Wissen wir jetzt. Aber auch so kamen wir noch pünktlich ins Stadion.

Dort gabs nach einer verkürzten Leibesvisitation (=kurz Anschauen) in der Südkurve jede Menge Frankfurter, die offensichtlich alle beim selben Herrenausstatter eingekauft hatten: dunkle Jacken und farblose Mützen in schwarz-weiß. Wer Uniformliebhaber ist, hatte sicher seine helle Freude an dem einheitlichen Stil.

Den Fans war offensichtlich kalt, so dass sie sinnlos auf- und abhüpften, was die Tribüne in deutlich bemerkbare Schwingungen versetzte. Das legte sich aber zu Spielbeginn – da wurde dann nämlich richtig eingeheizt. Anscheinend hatten „Körperschmuggler“ Kracher, Rauchbomben und Bengalos mit ins Stadion gebracht, was nicht zuletzt dank der „ausgiebigen Kontrollen“ wohl auch nicht allzu schwer war (kein Vorwurf an den Sicherheitsdienst: bei den dicken Jacken im Winter gibt’s ja genug Versteckmöglichkeiten und die Diskussion über die Anschaffung von Nacktscannern bezieht sich noch nicht auf Fußballspiele).

Schwarzer Qualm mischte sich mit orangem Bengalo-Leuchten und reihenweise flogen Böller auf die Tartanbahn in Richtung der dort ausharrenden Ordner. Ich bin mir nicht sicher, was die Idioten damit bezwecken wollten, aber zumindest wars laut und das Schwingen der Tribüne legte sich. Wenigstens etwas.

Das Spiel ging trotz wogender Nebelfelder über dem Rasen pünktlich los und die „Fans“ beruhigten sich. Kaum, dass man wieder halbwegs ein paar Spieler erkennen konnte, gabs auch gleich eine Schrecksekunde für den Club: Ochs tauchte nach schöner Ablage frei am 16er auf und zog direkt auf das Tor von Raphael Schäfer ab; der Ball ging zum Glück drüber und der FCN fing sich.

Was am Anfang auffiel war, dass die Frankfurter entweder sehr dick angezogen waren, oder einige die Weight Watchers Sitzungen verpasst haben. Nikolov war auch schon mal schmächtiger, in der Abwehr Franz, im Mittelfeld Meier und vorne Liberopoulos, der trotz seines perfekten Kaiser-Namens im Sturmzentrum spielt. Aber es bringt offensichtlich Erfolge, also kanns so schlecht nicht sein.

Neben der bereits erwähnten Anfangschance der Eintracht gabs eigentlich nur einen Aufreger auf Clubseite: Andi Wolf kam etwas spät und seine Grätsche brachte einem Frankfurter eine ungewollte Verletzungspause ein. Eine eindeutige gelbe Karte, die erst seine fünfte in der laufenden Saison ist, aber trotzdem zur Sperre führt. Das Clubvolk sah es anders und brachte das auch lautstark zum Ausdruck.

Erst in der 25. Minute gabs auch endlich mal eine Chance für den Club: Charisteas legt sauber auf Eigler an den 16er zurück, aber Nikolov taucht den Ball aus dem Eck. Stöhnten hier die leidgeprüften Anhänger noch auf, so durften sie nur zwei Minuten später jubeln: ein Freistoß von der Mittellinie wurde perfekt ans Eck des 5m-Raums geflankt und offiziell Eigler nickte neben dem kurzen Pfosten ein. Offiziell deswegen, weil auch nach der fünften Wiederholung im Stadion für uns nicht zu sehen war, obs nicht eigentlich ein Eigentor war, aber wollen wir dem FCN mal keins der seltenen Stürmertore klauen.

Kurz darauf holte sich der als Bad Boy (zurecht?) verschrieene Franz auch noch eine gelbe Karte ab, wobei die Rauhbeine der beiden Vereine bedient waren. Im Prinzip die gleiche Situation wie bei Wolf, aber es wurde diesmal frenetisch von den (Nürnberger) Anhängern rot gefordert. Der Schiri gab diesem Drängen nicht nach; es handelte sich übrigens um Dr. Drees, der bereits die 0:2 Heimniederlage gegen Hannover leiten durfte. Probleme hatte der einzig und allein mit der Vorteilsregel, die er mehrfach sehr seltsam interpretierte – zwei Mal hintereinander ignorierte er sie und vermasselte damit dem Club jeweils eine halbwegs gute Ausgangssituation. Ansonsten lags sicher nicht am Schiedsrichter.

Noch vor der Halbzeit fiel dann der sehenswert herausgespielte Ausgleich der Frankfurter. Der Ball läuft über mehrere Stationen nach rechts, Schäfer läuft an den kurzen Pfosten und wird dort überlobbt. Die Flanke von Ochs muss Köhler dann ungedeckt nur noch einnicken, was ihn vor keine größeren Schwierigkeiten stellt. Selbst ich als anerkannt schlechter Kopfballartist hätte das wohl noch unfallfrei hingebracht. War im Prinzip erst die zweite Chance der Eintracht, aber das ist einfach die Cleverness der Spitzenteams. Oder wie in diesem Fall der Frankfurter.

Nach der Halbzeit erwarteten wir einen druckvollen Beginn der Hausherren – schließlich musste ja ein Sieg her. Der erste Schuss kam dann auch prompt – und wurde mit sagenhaften 58,8 km/h gemessen. Ein durchschnittlicher Einwerfer bringt da mehr zusammen. Unnötig zu erwähnen, dass sich Nikolov über das Geschenk freute.

Kurz darauf durfte Maik Franz auch mal einstecken, anstatt immer nur auszuteilen. Er wälzte sich sehenswert auf dem Rasen, unterband so einen hoffnungsvollen Angriff des Clubs und durfte eine kurze Gratisbehandlung des BRKs in Anspruch nehmen. Anschließend gings kurz nach draussen, wo er aber postwendend wieder auf den Platz trabte. Eine wundervolle Genesung; es gab Schiedsrichterball, den die Frankfurter gleich mal in Richtung des 80m entfernten Tors von Raphael Schäfer droschen. Anscheinend lernten sie auch in der Fairnesschule von Christoph Daum.

Albert Bunjaku verhinderte in der 57. noch einen erfolgreichen Torschuss, als er halb artistisch, halb ungeschickt den Ball in Richtung Gehäuse spitzelte, jedoch Nikolov nur problemlos zugreifen musste.

Frankfurt war offensichtlich mit dem einen Punkt zufrieden und spielte abwartend, jedoch nicht ohne eigene Torgelegenheiten: so produzierte Preuß ein eindrucksvolles Luftloch in der 64. und fünf Minuten später passte Meier, der sich schön auf rechts durchgesetzt hatte, scharf nach innen vor den Kasten von Schäfer. Allerdings standen da nur rot schwarz gekleidete Spieler und Frankfurt lief diesmal in weiß auf.

In der 79. gabs die letzte gute Gelegenheit für den Club, aber Nikolov klärte mit einer sehr schönen Parade den Schuss von Gündogan. Danach schleppte sich das Spiel dem Ende entgegen und beiderseits gab es nicht mehr viel erwähnenswertes. Frankfurt konnte mit dem Punkt auswärts durchaus zufrieden sein, für den Club sind es zwei verlorene Punkte auf dem Pfad Richtung zweite Liga.

Sollte am nächsten Samstag in Hannover, das sich seit dem Suizid von Enke anscheinend nicht mehr auf Fußball konzentrieren kann, wieder kein Sieg gelingen, wird’s sehr eng für Nürnberg. Eine Fahrt nach Frankfurt rückt dann in weite Ferne – nachdem der FSV auch keinen Gefallen an der zweiten Liga zu finden scheint. Aber noch sind ja 15 Partien zu absolvieren.

Samstag, 9. Januar 2010

2009 - ein typisches Clubjahr?!

Nachdem überraschend schon wieder ein Jahr und auch die 00er rum sind (oder wie heißt das? 80er und 90er war leicht, aber dann? Waren jetzt 10 Jahre Zeit sich nen griffigen Begriff einfallen zu lassen, aber hat wohl irgendwie keiner geschafft), wirds Zeit für nen kurzen Rückblick aufs letzte Clubjahr.

Nachdem der Club wieder mal historisch aufhorchen hat lassen und als amtierender Pokalsieger abstieg, war die Hoffnung auf den direkten Wiederaufstieg groß. Leistungsträger wie Mintal und Pinola konnten auch für die zweite Liga überzeugt werden, Raphael Schäfer kam nach einem für ihn frustrierenden Ausflug zurück zum Club. Konnte ja fast nix schief gehen - bis der Ball tatsächlich rollte. Grausame Vorstellungen (ein 0:0 zu Hause gegen den aktuellen Tabellenletzten FSV Frankfurt ohne große Chancen auf beiden Seiten ist in lebhafter Erinnerung) führten letztendlich zum Abgang von Thomas von Heesen, der irgendwie nie ein Fan-Favourite wurde. Nachgeweint hat ihm glaub keiner. Dafür wurde mit Michael Oenning ein junger, symphatischer Mann ernannt, mit dem der direkte Aufstieg angepeilt wurde. Nach der Hinrunde stand aber nur ein enttäuschender 8. Platz zu Buche, der irgendwie nicht zu einem der größten Etats der zweiten Liga passen wollte.

Januar 09
Im Januar gabs dann auch nur ein Spiel - und ein paar Transfers vorher: von erwarteten Hoffnungs- und Leistungsträgern, die dann noch nicht mal zu Wasserträgern taugten (Engelhardt, Masmanidis, Charisteas) trennte man sich übergangsweise (Euro-Harry), oder zum Glück für immer (der Rest), dafür kamen junge hungrige Spieler wie Reinartz, Maroh und Diekmeier. Die erstgenannten hatten selten den Eindruck vermittelt, dass ihnen der Aufstieg oder auch nur der Verein in irgendeiner Art wichtig wäre, von den jungen (und zweifellos billigeren) erhoffte man sich wenigstens ehrgeizige Leistungen. Und man wurde nicht enttäuscht.

Los gings trotzdem holprig: in Augsburg gabs lediglich ein 0-0, so dass man zunächst den 8. Platz zementierte. Aber gut Ding will ja Weile haben...

Februar 09
Das erste Spiel sollte gleich richtungsweisend sein: der DSF-Montagabendkracher gegen Kaiserslautern. Und es war für mich das mit Abstand beste Saisonspiel des Clubs (Relegation mal ausgenommen): die roten Teufel wurden regelrecht an die Wand gespielt - nicht zuletzt dank einer Stunde Überzahlspiel nach einer Notbremse. Super Spiel, super Stimmung - so langsam konnte man sich einen Aufstieg wieder vorstellen.

Wie so oft beim Club wurde dieses zarte Pflänzchen der Hoffnung dann auch sofort wieder planiert. Himmelhoch jauchzend - zutiefst betrübt. Der Club ging sang- und klanglos bei einer mittelmässigen Aachener Mannschaft mit 2:6 unter. Kurzzeitig wurde das Wort "Aufstieg" nur noch in Verbindung mit Wendungen wie "das wars mit dem..." in einem Satz genannt.

Es folgte ein 1:0 Arbeitssieg gegen den Abstiegskandidaten Wehen-Wiesbaden und ein mäßiges 0:0 gegen die späteren Mitaufsteiger Mainz 05. So war nach dem Februar zwar ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen, aber letztendlich reichte das auch nur zu Platz 7.

März 09
Der März war dann endlich schwarz-rot und das zarte Pflänzchen der Aufstiegshoffnungen fing wieder an zu blühen: zunächst ein 2:2 Unentschieden in Duisburg (Auswärts Unentschieden ist nur dann gut, wenn man daheim auch gewinnt), anschließend ein überzeugender 4:0 Heimsieg gegen überforderte Ahlener (mal wieder eine Phantomsichtung: Mintal erlegt die rot-weißen mit drei Toren fast im Alleingang), sowie ein wichtiger 1:0 Auswärtserfolg in Freiburg, die beständig in der Spitzengruppe waren. Es ging voran in Minischritten - mittlerweile Platz 6 mit Tendenz nach oben.

April 09
Der April fing gar nicht launisch an, sondern mit einem 2:0 Heimerfolg, bei dem Marek Mintal seinen Anspruch auf die Torjägerkrone mit erneut zwei Treffern zementierte. Zu gut für die zweite Liga der Mann. Oberhausen wurde auswärts mit 0:3 abekanzelt und der Club die Mannschaft der Stunde. Die Siege hatten das Selbstvertrauen offensichtlich ins Unermessliche gesteigert und die Mannschaft glaubte an sich (das Psycho-Gesülze kann ich normal nicht leiden, aber hier passte es einfach). St Pauli zeigte, dass es zwar heimstark ist, aber auswärts aber auch gern mal die Punkte liegen lässt. Erneut ein 2:0 (die 2:0 Tipps auf den Club waren übrigens eine Bank im Tippspiel meiner Arbeitsstelle; dank solcher 3-Punkt Spiele konnte ich die Dauerkarte problemlos ohne Zuzahlung erwerben - danke nochmal Jungs...) und nichts konnte den FCN aufhalten. Dachte jeder. Bis - ja bis Frankfurt kam. Abstiegskandidat und erklärter Punktelieferant auf dem unaufhaltsamen Weg zur Spitze. Aber der Club wär nicht der Club, wenn er nicht mal die Hoffnungen seiner Anhänger vernichten würde. 2:1 verloren, aber trotzdem Platz 4 in der Tabelle. Zuvor durfte man kurz Aufstiegsluft mit Platz 3 schnuppern, aber die unerwartete Niederlage bügelte das aus.

Mai 09
Der Jubelmonat im letzten Jahr! Los gings mit einem 1:0 (das achte Heimspiel in Folge ohne Gegentor!) gegen Ingolstadt, der zur erneuten Erklimmung des Relegationsplatzes 3 führte.

Im langerwarteten Derby in Fürth reichte es nur zu einem schiedlich friedlichen 1:1. Es kam zu keinerlei größeren Problemen außerhalb des Stadions und innerhalb wurden - letztendlich wohl zur beiderseitigen Zufriedenheit - ebenfalls die Punkte geteilt. Schönes Spiel und gute Stimmung - mir hats gefallen. Und ich durfte es auch noch umsonst sehen...

Wieder daheim gabs dann - wieder mal - ein 2:0. Diesmal gegen Osnabrück. Kein besonders schönes Spiel, aber müssen ja nicht alle gut sein. Die Punkte blieben in Franken und Platz drei wurde nachhaltig gefestigt. Daran änderten auch ein 0:0 in Rostock (wollten die nicht auch aufsteigen? Hüstel...) und der 2:1 Abschlussieg gegen eingebrochene 60er nix mehr.

Der Relegationsgegner stand mit Cottbus fest. Eine Mannschaft, die eh keiner in der 1. Liga will. Perfekte Voraussetzungen. Von der einstmaligen Heimstärke in der Lausitz war in der abgelaufenen Runde auch nicht mehr viel zu sehen; das Spiel wurde für die, die keine Karten bekommen oder gewollt hatten, in der ARD übertragen.

Und nach dem ersten Spiel war die Runde auch schon entschieden. Cottbus zeigte eindrucksvoll, dass es in der 1. Liga nichts verloren hat, und der Club vernichtete mit Toren von Eigler und zwei Mal Boakye die Zweifel am Aufstieg.

Selbst Hardcore-Pessimisten mussten angesichts der harmlosen Vorstellung der Cottbuser einsehen, dass der Aufstieg nicht zu verhindern ist. Also eigentlich. Ist halt doch der Club.

Das Heimspiel war zur Überraschung aller ausverkauft - man freute sich halt doch aufs Freibier des Sponsors. Und ach ja - ein Spiel sollte es vor der Feier ja auch noch geben. Das einzig erwähnenswerte an dem sicheren 2:0 waren noch die Böller, die kurz nach der Halbzeit aus dem Ostblock auf die Tartanbahn flogen. Sehr kreativ und als Belohnung wurde der Block durch Helmträger eingekesselt. Eine nette Abwechslung, das mal von oben zu sehen.

Nach dem Spiel wurde das Stadion geplündert (also der Rasen und diverse Werbebanden), was von Vereinsseite zu kurzem Gejammer führte. War ja auch überhaupt nicht vorherzusehen das Ganze. Ich habe übrigens gehört, dass ein Teil des Rasens immer noch schön wächst auf einem nichtgenannten Balkon im Nürnberger Umland...


Juni/Juli 09
Kaum spektakuläre Transfercoups beim FCN - man wollte der jungen Aufstiegsmannschaft die Chance geben, sich in der 1. Liga zu beweisen. Wahrscheinlich war auch der neue Rasen so teuer, dass kein Geld mehr für Spieler da war. Leider verlor man Stefan Reinarz wieder nach Leverkusen, der eine sehr starke Rückrunde gespielt hatte. Dafür kam Harry Charisteas wieder zurück, der sich dort - wie von eigtl. allen Clubanhängern erwartet - nicht durchsetzen konnte. Na ja - Konkurrenz belebt das Geschäft und vielleicht trifft er ja bei nem Länderspiel, so dass ein verzweifelter englischer Verein auftaucht, der einen so namhaften Mann als Strohhalm verpflichten will (Stand heute: nö, leider nicht). Außerdem Thomas Broich, der im Mittelfeld den 10er geben sollte, der in dem ein oder anderen Spiel noch vermisst worden war. Bemüht aber zu leicht befunden würde ich sagen...

August 09
Große Hoffnungen, aber ein enttäuschender Start: eine nicht wirklich nötige 1:2 Heimniederlage gegen Schalke (Bericht weit unten); zwar nicht unbedingt erwartet, aber war vorher nicht auszuschließen. Der erste Punkt folgte prompt in Frankfurt. Da hatte man zwar mit einem Sieg gerechnet - also die Optimisten - aber der Punkt war verdient und ein kurzer Hoffnungsschimmer. Mit einem Quäntchen Glück oder einem anderen Schiri wären wohl auch 3 kein Problem gewesen.

Gegen Hannover dann der absolute Niederschlag. Mit einem beschäftigungslosen Torhüter Robert Enke, der später leider hauptsächlich durch seinen immer noch nicht begreifbaren Suizid von sich reden machte, und einer absoluten Catenaccio-Taktik nach der Führung wurden 3 wichtige Punkte im Abstiegskampf liegen gelassen. Auch über das Spiel hab ich schon genug geschrieben - siehe unten.

Auswärts holte man dagegen in Stuttgart erneut ein Pünktchen Hoffnung. Allerdings zählte man Stuttgart da noch zu den besseren Mannschaften der Liga; diese Einschätzung torpedierten sie jedoch im Verlauf der Hinrunde und schafften das Kunststück mit einer hochklassig besetzten Mannschaft in den Spähren des Clubs zu landen. Bravo. Der VfB war übrigens mein Meistertipp vor der Saison; das zeigt eindrucksvoll meine Ahnung vom Fußball und sind gleichzeitig 5 Euro, die ich nie mehr wiedersehe. Hätt ich sie auch auf ner isländischen Bank deponieren können - hätte ich ähnlich viel von.

September 09
Endlich der erste Sieg! Gladbach, ein Mitabstiegskandidat, wurde überraschend hoch mit 1:0 nach Hause geschickt. Ein rauschender Festtag - also zumindest für mich, denn wir haben an dem Tag geheiratet, so dass der Club nicht mal die zweite Geige gespielt hat bei mir.

Gegen die Bayern war der FCN dann klarer Außenseiter. Dafür schlug man sich erstaunlich gut und verlor nur knapp mit 1:2. Die erwartete Niederlage aber zumindest kein Debakel (ein "laufendes Tagebuch" der Premiereübertragung gibts für die Interessierten unten)...Langsam mussten aber auch mal noch ein paar Punkte her.

Die sollten gegen Bochum zu Hause folgen. Sollten. Denn gegen eine keineswegs beeindruckende Bergarbeitertruppe wurde wieder verloren - 0:1. Immer noch unverständlich, obwohls jetzt doch schon ne ganze Zeit her ist.

Oktober 09
Fast wäre ich dann nach Leverkusen gefahren. Zum Glück hab ichs mir gespart: der Club lag quasi mit Spielbeginn zurück und ließ sich von der Mannschaft der Stunde mit 4:0 vorführen und abkoffern. Gespielt wie ein wahrer Absteiger.

Mit der Hertha kam dann die schlechteste Mannschaft der Liga zum Club. Viel Geld - null Leistung. Das bewiesen sie auch beim Club, der endlich mal aufspielen durfte und der alten Dame drei Stück einschenkte. Mal kurz die Abstiegsränge verlassen.

In Hoffenheim, von denen man im September bereits im DFB-Pokal eine Lehrstunde erteilt bekommen hatte, gab es wieder nichts zu ernten. 3:0 für die Retortis und das auch noch verdient. So langsam lief die Bewährungszeit für Michael Oenning aus.

Zuhause gegen Bremen rechnete man sich eigentlich auch nichts aus. Die waren zwar diese Saison erstaunlich rätselhaft, aber konnten, wenn sie denn wollten. Zur Halbzeit führte der FCN trotzdem hochverdient 2:0 und eigentlich konnte ja nichts mehr passieren. Dank zweier sauberer individueller Fehler (Judt beim 2:2 zum Schluss hat sich festgebrannt bei mir) schenkte man Werder dann noch einen Punkt. Zu großzügig, wenn man bedenkt, dass man selbst im Sumpf steckt.

November 09
In Mainz musste man mittlerweile schon gewinnen. Tat der Club aber leider nicht - mit 1:0 zeigten die Mainzer, warum sie eben im Gegensatz zum Club nicht hinten drin stehen.

Diese Niederlage wurde aber in Wolfsburg wettgemacht. Ich hab vorher keine einzige hoffnungsvolle Stimme gehört - und trotzdem gewann der Club nach einem kuriosen Spiel mit 3:2. Unglaublich und das seltsamste Spiel der Hinrunde. Dafür wurde man (kurzzeitig sogar mit Platz 14, der zweitbesten Platzierung diese Saison) belohnt.

Mit einem Sieg gegen Freiburg hätte sich der FCN dann schön absetzen können. Zum Glück blieb mir dieses Spiel dank eines Las Vegas Urlaubs erspart - es setzte eine 1:0 Niederlage. Erneut gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Letztendlich müsste der Club gegen die alle auswärts gewinnen in der Rückrunde und das wird - ohne Prophet zu sein - nicht passieren.

Dezember 09
Der schwärzeste Monat des Jahres: 0:11 Tore zusammen in Dortmund, gegen den HSV und *hüstel* in Köln (die zuvor gefühlt ungefähr 3 Tore zusammengenommen in allen Spielen erzielt hatten). Und jetzt - 5 Euro ins DSF Phrasenschwein - griffen die Gesetze des Marktes: Michael Oenning wurde entlassen. Irgendwie schade, aber nachvollziehbar, wenn man sieht, wie wenige gute Spiele der FCN tatsächlich zusammengebracht hatte in der Hinrunde. Es folgte mit Dieter Hecking ein Schleifer, der in Hannover hingeschmissen hatte (also zumindest mal Erfahrung im Abstiegskampf hat) und den FCN vom vorletzten Platz (zum Glück gibts noch Hertha BSC) zurück führen soll auf mindestens Platz 16.

Geholt hat man dafür noch zwei Bayernreserviesten mit Ottl und Breno. Schaden kanns wohl nicht und bezahlbar sind sie auch, da ausgeliehen. Nur, wenn sie gut spielen sollten, sind sie halt auch genauso schnell wieder weg. Aber wählerisch kann man nicht allzu sehr sein beim Club. Spiranovic, der kaum zum Einsatz gekommen war, durfte gehen. Und - wesentlich schlimmer: Peer Kluge, der dem Lockruf von Felix Magath und S04 nicht widerstehen konnte. Angeblich für 1.5 Mio, was ich als absolutes Schnäppchen ansehen. Kluge war immer bemüht und als Marathonmann für mich unverzichtbar im Mittelfeld. Es fehlte halt leider der Spielgestalter neben / vor ihm, dass mehr dabei rumkommen konnte. Sehr schade jedenfalls, aber hilft ja nix.

Im neuen Jahr steht nach dem Auswärtsspiel auf Schalke, wo man sicher mit einem Punkt zufrieden wäre, ein richtungsweisendes Spiel an: zu Hause gegen die Eintracht. Sollten da wieder ganze 0 Punkte rumkommen, dürfte es sehr schwer werden...und womöglich schon mal langsam mit den Planungen für die zweite Liga begonnen werden.

In typischer Clubmanier gab es jedenfalls wieder eine Achterbahnfahrt der Gefühle - sicher auch im Jahr 2010 wieder. Es bleibt weiter spannend...

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    In den frühen 30ern, gefühlt noch lang nicht so alt. FingerHaus Medley 300, frei geplant

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